Gedankenansätze
Ich hätte auch Philosophie schreiben können. Sicherlich wird mich manch ein Zeitgenosse als arrogant einschätzen. Das bin ich allerdings definitiv nicht. Aber ich trete meinen Zeitgenossen auf die Füße, wenn ich meine Ansichten mit Rückgrat vertreten kann. Meine Art ist sehr direkt und ich weiß, das manche Menschen damit ein Problem haben. Ich nicht, ich stehe hinter jedem Satz den ich schreibe und sage!
Selbstverteidigung nehme ich wörtlich. Nicht nur aus sportlicher Sicht, sondern auch aus demokratischer Sicht. Selbstverteidigung kann im Dojo, auf der Straße, auf dem Arbeitsplatz, in der Familie, im Parlament, ja überall stattfinden. Selbstverteidigung ist Erziehung zur Zivilcourage! Und genau diese Zivilcourage vermisse ich in Deutschland im höchstem Maß.
Meine Großmutter hat mir das Lesen noch vor der Schule beigebracht und dieser glückliche Umstand macht mich bis heute extrem neugierig, und ich will immer über den Tellerand schauen. Das gilt für alle Bereiche des Lebens. Und genau diese Neugierde um Neues und Unbekanntes zu erfahren, will ich jedem meiner Schüler mit auf den Weg geben, aber dies ist nicht so leicht geworden in der heutigen Zeit oberflächlichen Konsums (auch im Sport).
Vielleicht erscheinen Ihnen manche Thesen provokant. Stimmt. Damit kann man durchaus andere im Kopf bewegen. Ich weiß, da kommt jetzt eine Menge an Text, aber es ist mir ein echtes Anliegen dies zu vermitteln.
Selbstverteidigung im Realfall
Aus meinen früheren beruflichen und außerberuflichen Erfahrungen könnte ich zu diesem Thema mittlerweile Bücher mit Informationen füllen. Sehr oft begegnet mir in diesem Themenbereich unter Kampfsportausübenden eine Menge Unwissenheit, Halbwahrheiten oder einfach nur Ammenmärchen.
Tatsache ist, daß Menschen mit Kampfsporterfahrung überrascht sind, wenn sie diverse gerichtliche Fälle zum Thema Notwehr u.ä. hören. In unserem Kulturkreis - oder sagen wir vielleicht doch "Unkultur-Kreis" - kann es jeden täglich erwischen. Entweder als Opfer einer Deliktsituation oder als unbeteiligter Dritter im Fall einer Nothilfe.
Die Gesetzestexte zu den Notwehrrichtlinien in Deutschland müssen jedem Kampfsportler bekannt sein. Insbesondere den Ausbildern. Ist dem wirklich so? Ich bezweifle es!
Fangen wir doch einmal mit einem juristischen Ammenmärchen an:
Viele Ausübende einer Kampfkunst haben mich immer wieder daraufhin angesprochen, daß ein Kampfsportler in einer Angriffs-Situation das angreifende Gegenüber darauf aufmerksam machen soll, man sei in der Lage sich zu verteidigen. Wie zum Beispiel: "Ich kann Karate, Ju-Jutsu, Colgate, Keramik, Ikebana, ect. .....!"
Vergessen Sie das, das ist blanker Unsinn!
Wo kämen wir denn hin, wenn wir als Opfer einer Tat noch unserem Angreifer bewußt einen Vorteil verschaffen, damit er seine Tat auch viel besser durchführen kann? Haben Sie schon mal gehört, daß ein Täter sein Opfer vorher vielleicht anruft, daß er ihn gegen 14:30 Uhr in der XY Straße überfallen wolle?!
Ganz besonders fällt mir dort das Beispiel von Dominik Brunner ein. Mein ganzer Respekt gilt seiner Zivilcourage und meine ganze Verachtung gegen den Abschaum der Täter und die Feigheit der Zuschauer, wobei letztgenannte nicht besser als die Täter sind. Das Stilisieren zum Held gefällt mir persönlich überhaupt nicht. Er hat als wahrer Mensch mit Courage gehandelt.
Wenn dem so war, daß er den Tätern zuerst mit erhobenen Fäusten begegnete, war dies definitiv ein schwerer taktischer Fehler von ihm. Solche Verhaltensmuster rate ich allen meinen Schülern ab. Die Fähigkeit die eigene Stärke und Situation korrekt einzuschätzen und sich mit echtem Kalkül einen Täter zur Brust zu nehmen, hat nicht jeder und dann muß man sich seiner Sache absolut sicher sein.
Dann (in konträrer Meinung zum Artikel) hat ein gut ausgebildeter Mensch mit Methoden der Selbstverteidigung eine echte, reelle Chance auch gegen brutale Angreifer. Doch jeder, der noch nie mit echter Gewalt konfrontiert war (auch Kampfsportler), wird geschockt sein wie widerwärtig Gewalt sich entwickelt. Ein vorausgehender "Erstschlag" zur sofortigen Beendigung einer direkten Bedrohung für sich und andere ist i. S. d. Notwehr zwar möglich, aber ein sehr eng gestecktes formaljuristisches Fenster.
Nicht nur, daß ein solcher Erstschlag auch tatsächlich zur klaren Beendigung der Situation führen muß,...die Zweifel aufgrund widersprüchlicher Zeugenaussagen in solchen Fällen werden unweigerlich erhoben. Das unzureichende Reaktionvermögen vieler Menschen liegt unter dem Niveau solcher Angriffe und führt auch dazu, daß es häufig zu völlig falschen Beurteilungen vermeintlicher Zeugen kommt.
Die Täter haben alle Gewalt verdient und wenn sie diese schon beim allerersten Mal wirklich geschmeckt hätten und der Staat mit aller Härte gegen sie vorgegangen wäre, wäre es nicht geschehen! Ich erinnere nur an das Berliner Modell der verstorbenen und hochgeachteten Richterin Heisig. Jugendliche kommen dort schon bei einer ersten Straftat sofort in den Vollzug! Und die Rückfallquote hält sich danach in klaren Grenzen! Natürlich gehört es in einem demokratischen Rechtsstaat dazu, einem Täter die Eingliederung in die Gesellschaft wieder zu ermöglichen. Aber nach einer Tat, gehört die konsequente Bestrafung des Täters ohne wenn und aber und in erster Linie, daß die Gesellschaft sich zuallererst um die Opfer kümmert.
Natürlich haben Sie sich im Verteidigungsfall an die "Verhältnismäßigkeit der Mittel" zu halten. Und das wird im echten Not- und Angstfall wirklich schwer. Wenn Sie nicht ausreichend gut technisch trainiert sind, machen Sie entweder zuviel oder zu wenig. Beides gereicht Ihnen zum Nachteil. Was geht? Was geht nicht?
Ein Täter der Sie nur beleidigt, na und? Ich kenne eine Menge Schimpfwörter, daß selbst der größte Drecksack rot wird. Das ist auch Selbstverteidigung. Ich gebe Ihnen zwei Fallbeispiele aus meiner Dienstzeit:
- Fall 1
Ein renitenter amtsbekannter Rechtsbrecher sprach mich während einer Streife an mit den Worten an: "Du Drecksbullen-Arschloch!" Ich sagte ihm nur: "Stimmt! So heiß ich. Woher weißt Du meinen Namen?"
Die Situation war in 3 Sekunden deeskaliert, weil der Täter nicht mehr wußte ob er mich provozieren kann oder nicht. Im Gegenteil, er mußte lachen und die Sache war wieder ok. Ich klärte ihn darüber auf, daß er hiermit alle seine Chancen für die Zukunft verspielt habe und es beim nächsten Mal keine Kompromisse gäbe.
Dieser Mann ist in unserem Bezirk nie wieder aufgefallen. So geht´s auch. Aber dazu gehört, das ich meiner Sache sicher bin und auch mit guter Rhetorik schlagfertig arbeiten kann.
- Fall 2
Während einer Streifenfahrt wurden wir in ein Hotel gerufen. Dort würde ein aggressiver Mann mit einem Messer auf die Gäste in der Lobby losgehen.
Leider war es auch tatsächlich so. Während mein Kollege nach einem Verletzten schauen wollte, ging der Täter mit einem ca. 20 cm langen Messer auf mich los. Die Situation meinerseits und die rechtliche Grundlage hätten ausgereicht die Schußwaffe einzusetzen.
Aber in diesem Fall wäre die Gefahr für umstehende unbeteiligte Gäste zu groß gewesen. Die Situation war bilderbuchmäßig. Der Täter versuchte gradlinig auf mich in Bauchhöhe einzustechen. Ich konnte ausweichen und ich brach ihm den Angriffsarm. Das Messer hielt er trotzdem noch in der Hand!
Aufgrund dessen schlug ich ihm mit einem Ellbogenschlag zum Kopf und der Angriff war sofort beendet. Dem Täter wurden Handschellen angelegt - trotz gebrochenem Arm - und ich vertrat es auch vor Gericht. Es wurde eine Strafanzeige wegen Mordversuch und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte gestellt, die die Staatsanwaltschaft auch in diesem Fall befürwortete.
Bei dem Prozeß fragte mich die Richterin allen Ernstes warum ich den "Täter" so hart angefaßt habe!
Erst als ich ihr das Beweismittel der Tatwaffe noch einmal zeigte und ihr erklären konnte, daß diese Waffe ohne Probleme durch meinen Körper gedrungen wäre und ich den Täter nur aus Schutz der unbeteiligten Dritten nicht angeschossen habe.
Warum reagieren Richter, Anwälte oder Staatsanwälte so?
Diese Berufsgruppen genießen eine sehr hohe qualitative Ausbildung. Aber, sie kennen sehr häufig Gewalt nur aus der Theorie, haben selten realistische Erfahrungen damit gemacht wie ekelhaft es ist körperlicher Gewalt ausgesetzt zu sein oder auch Gewalt ausüben zu müssen.
Bis heute vertrete ich die Ansicht, daß diese Berufsgruppen innerhalb ihrer Ausbildung die Pflicht haben müssen an Brennpunkten mit Polizeibeamten zusammen Gewaltsituationen erleben müssen. Auch wenn es nur als dritter Beobachter ist.
Ich könnte Ihnen Bücher mit solchen Fällen füllen. Es wäre ein Faß ohne Boden. Aber ich halte das deutsche Strafrecht für eines der besten der Welt. Dennoch halte ich berechtigte Zweifel an der Gerechtigkeit aufrecht.
Denken Sie doch nur einmal an den Fall des Vergewaltigers, der seinen Aufsichtbeamten innerhalb der JVA entkam, sich auf ein Hoteldach flüchtete und dann noch von Einsatzkräften mit einer warmen Decke und einem Tee versorgt wurde. Da hört bei mir jedes Verständnis für den Täter auf, denn in diesem Fall wurde dem vergewaltigten Opfer eine weitere Verletzungen auf amtlichen Wege beigebracht!
Ich habe mir meine Gedanken zu diesen Entwicklungen gemacht. Es erscheint sehr häufig, daß das Täterrecht vor dem Opferrecht kommt. Und dies insbesondere bei Fällen, in denen der Täter zweifelsfrei feststeht. Warum das so ist? Vielleicht liegt es daran, daß unser StgB aus der Zeit der Industrialisierung entstanden ist und da war Kapital mehr wert als Mensch!
Ist es heute anders? Nur so kann es sein, daß mancher Bankräuber, der keinen Menschenschaden verursacht hat, ungleich höher bestraft wird als ein Vergewaltiger oder Kinderschänder. Denken Sie einfach mal darüber nach. Bleiben Sie aufmerksam was um Sie herum passiert und beziehen Stellung wenn Sie der Ansicht sind, daß Unrecht geschieht.
DAS IST SELBSTVERTEIDIGUNG!
Ihr Michael Stapel
Feedback
Ich freue mich über die vielen Rückmeldungen auf diesen Teil meiner Seite. Selbstverständlich auch über kritische Äußerungen. Einige dieser Meldungen beziehen sich darauf, daß ich in manchen Artikeln sehr herbe Ausdruckweisen verwende, obwohl ich doch als Kampfkunsttrainer die ehrenhaften Eigenschaften wie Freundlichenkeit und Höflichkeit aufrecht erhalten will.
Ich lebe und liebe die Höflichkeit und Hilfsbereitschaft. Aber jede versöhnliche Diplomatie bei Gaunern jeder Art ist fehl am Platz. Nun, meine spezifischen harten Ausrücke gegenüber Krimininellen wie z.B. aus der Bankenkrise oder Dopingbetrügern halte ich aufrecht.
Diplomatie ist eine gute Sache, aber nicht wenn sie zur verbalen Feigheit mutiert!
Ich habe gegenüber Kriminellen und arroganten Gestalten unserer Gesellschaft keinerlei Respekt und verdeutliche ihre Minderwertigkeit durch meine Ausdrucksweise.
Gauner muß man Gauner nennen!
Kampfsport: Profession oder Passion?
Kürzlich hatte ich wieder einmal das Thema.
Ich übe meine Profession mit Passion aus. Ohne diese Kombination wäre meine Philosophie unmöglich. Und glücklicherweise gibt es viele Budoka, die ihren Sport als Hobby und mit Passion ausüben. Genau diese Menschen fördern und fordern uns als professionelle Trainer!
Dennoch muß ich immer wieder betonen: Wir Profis üben unseren Sport definitiv aus Liebe und Leidenschaft aus. Sonst würden wir viele negativen Dinge, die eine solche Leidenschaft ausmacht, niemals überstehen!
Persönlich mache ich durchaus noch einen großen Unterschied innerhalb der Profizunft und möchte die Vertreter des "Money-Do" aus dem Kriterium der Hingabe für Ihre Zunft ausschließen. Ich verdiene meinen Lebensunterhalt damit, werde mich aber niemals für meine Idee verbiegen!
Kampfsport: Kampfsport-Training trotz Behinderung?
Jeder Behinderte hat die Möglichkeit, ein auf ihn spezialisiertes Training zu absolvieren. Ich halte es persönlich für eine wirkliche Bereicherung, Menschen mit einer Behinderung zeitgleich mit anderen Sportlern unterrichten zu können. Es entsteht ein natürliches Miteinander ohne heuchlerische Bemitleidung.
Selbstverständlich ist Menschen mit einer Behinderung eine definitive technische, kraftspezifische und konditionelle Grenze gesetzt. Mir geht es in erster Linie darum, das ein Schüler zufrieden mit sich und seiner Umwelt wird, denn dies ist ein wichtiger Aspekt in der Selbstverteidigung, im äußeren Erscheinungsbild und im Auftreten aus physischer und mentaler Sicht.
Selbstverteidiung, Warum?
Eine häufige Frage mit einer einfachen Antwort: für Selbstsicherheit, für Selbstvertrauen, zum Konditions- und Kraftaufbau, zur Koordination, zum Schutz, zum Sport und einfach weil es Spaß macht!
Bei vielen Kampfkunst- oder Kampfsportarten kommen neue Interessenten mit den unterschiedlichsten Vorstellungen über das Warum und Weshalb. Sehr viele kommen aber auch mit einem völlig falschen Verständnis von Entspannung zu diesen Künsten. Man hat vielleicht Filme gesehen, Bücher gelesen und dann sieht man auf einmal, daß eine Menge körperlicher und geistiger Arbeit dahinter steckt. Auch wenn ich mich wiederhole, aber Sie können Energie erst dann einsparen, wenn Sie wissen wieviel Sie davon haben.
Sie möchten sich für Wettkampfarten entscheiden, oder zur Selbstverteidigung. Oder weil Ihnen einfach die Bewegung und das mentale Auseinandersetzen mit einer Kampfkunst gut gefällt. Wenn Sie also nur 1x pro Woche trainieren, haben Sie kaum eine körperliche Chance in einer realen Selbstverteidigungssituation. Wenn Sie aber dieses Training nur ein mal in der Woche aus tiefster Überzeugung ausüben - ohne wenn und aber - einfach tun und verinnerlichen, dann wird dieses gute Körpergefühl aus Ihren Augen strahlen!
Und das ist ein erster Schritt zur Selbstverteidigung. Wenn Sie mehr trainieren wollen, dann los, aber richtig. Und ab wann kann man damit beginnen? Da scheiden sich die Geister. Meine langjährigen Erfahrungen haben gezeigt, daß ein sinnvolles Training meistens erst ab dem Alter von 6 Jahren möglich ist.
Diesen Umstand beziehe ich allerdings in erster Linie auf Deutschland. Als Beispiel kann ich in Japan und anderen Ländern auch mit jüngeren Schülern trainieren, da diese ein definitiv besseres Körpergefühl an den Tag legen. Warum ist das in Deutschland nicht so?
Diese Frage muß umfassender beantwortet werden. Es fängt schon damit an, daß Deutschland als eines der reichsten Länder dieser Welt nur ein Minimum von Geldern für Sport, Kultur und Ausbildung verwendet. Dadurch wird Sport in Kindergärten, Schulen und Betrieben als "Waisenkind" betrachtet und manch einer hält es sogar für unwichtig.
Es werden hundertausende Euro ausgegeben um Studien zu erstellen, die beweisen, daß Sport gesund ist und die Intelligenz fördert. Wirklich? Ich hätte große Lust die Betreiber solcher Studien wegen Veruntreuung von Steuergeldern anzuzeigen. Juvenal hatte schon in altrömischer Zeit mit seinem Ausspruch "In einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist!" das gesagt, was für die nächsten Dekaden immer noch von Bedeutung sein wird.
Dafür braucht es keine Studien, sondern Taten. Zum Beispiel: gute Sportlehrer einstellen, Sportstunden als Regelunterricht, Sport als Pflicht- und Prüfungsfach, ausreichende Sportstätten für die Gemeinschaft bauen (das Geld wäre da, wenn man sieht wie es andernorts unsinnig verprasst wird).
Da wird es dann verständlicher wenn immer mehr Kinder immer weniger Sport betreiben, und zu Hause wird es in vielen Familien nicht mehr vorgelebt. Die Computer- und Fernsehgesellschaft fördert diese Unbeweglichkeiten noch dazu.
Wenn heute 10 Kinder in mein Dojo kommen, sind 9 nicht in der Lage sich annähernd koordiniert zu bewegen. Vor ca. 20 Jahren war es umgekehrt. Es ist erschreckend wieviele Kinder und Jugendliche selbst zu einfachsten Bewegungsformen nicht mehr in der Lage sind. Insbesondere das Phänomen des Verwechselns von "Rechts" und "Links" ist in Deutschland über die Maßen vertreten.
Viele Kinder erlebe ich mit einem maximalen Defizit in Aufmerksamkeit, Konzentration, "Disziplin" und mangelnder Höflichkeit. Natürlich meine ich nicht damit "alle" Kinder! Es gibt sie durchaus, aber es wird langsam zur Ausnahme. Und verstehen Sie mich nicht falsch. Ich liebe es mit Kindern zu trainieren. Denn ich sehe mittlerweile wie meine Arbeit Früchte trägt und ich kann auch von Kindern lernen.
Es gibt Kampfkunstschulen, die Kindergruppen von 3-5 Jahren anbieten. Ich halte dies nicht für integer! Denn in diesem Alter kann man einem Kind in Deutschland nicht einmal andeutungsweise Kampfkunst vermitteln. Ich halte es für pure Geldmacherei! Und eine Kampfkunstschule ist "kein Kindergarten".
Kampfkunstschule als "Ersatzerziehung"?
Nein, nein und nochmals nein. Es kann nicht angehen, daß manche Zeitgenossen glauben, man schickt seine Kinder und Jugendliche in eine Kampfkunstschule um Disziplin und Benimm zu erlernen.
Das ist in allererster Linie Aufgabe der Eltern. Und dann sollte ein Kind die Grundlagen von den Eltern erhalten, damit man darauf aufbauen kann. Es ist immer wieder erschreckend, daß einfachste Höflichkeitsformen wie ein Gruß, ein Dankeschön oder eine Entschuldigung fast erzwungen werden müssen.
Natürlich ist Kampfkunst ewige Disziplin gegenüber sich selbst und dem Partner, aber sie ist auch gelebte Höflichkeit und Respekt. Und in der Kampfkunst zählt dies zu den wichtigen Bestandteilen der Ausbildung und es ist schade, daß manchmal zuviel Zeit vergeht diese ehrenwerten Eigenschaften wieder zu aktivieren. Aber ich werde nicht müde, immer wieder daran zu erinnern.
Ich habe zwar selbst keine Kinder und habe meine Gründe dafür. Trotzdem, oder vielleicht genau deshalb, macht mir die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Spaß. Meine Erziehung war durch Autorität und Liebe geprägt. Daher bin ich selbst ein klarer Vertreter gesunder autoriäter Erziehung. Und insbesondere im Bereich des Kampfsportes muß dies so sein.
Viele Menschen die autoritäre Erziehung ablehnen sind auch als Erwachsene völlig unreif für das Leben und ungeeignet, ihre Kinder auf das Leben vorzubereiten. Diese Vertreter mißverstehen Autorität aus Prinzip, und nicht aus Sachverstand. Jedes Tier erlebt Autorität von Natur aus und aus gutem Grund. Warum wird ein kleines Löwenbaby groß und stark? Weil die Mutter ihm über die Ohren leckt wenn es Zärtlichkeit braucht und weil sie ihm ins Genick beißt, wenn es in eine gefährliche Situation kommt. Warum soll dieses einfache Prinzip bei einem Menschen anders sein?  Natürlich sollen Sie nicht ihrem die Ohren lecken! Sie wissen was ich mit dieser Metapher beabsichtige!
Durch meine pharmazeutische Tätigkeit habe ich unzählige vermeintliche Patienten mit dem sogenannten Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS) erlebt. Ich bin der Überzeugung, daß nur die wenigsten darunter tatsächlich leiden. Wie kann es denn sein, daß innerhalb nur weniger Jahre dieses vermeintliche organische Problem auf über 25% angewachsen ist? Aber mit einem Medikament läßt sich so manches Problem schnell zudecken, gell?
Talent und Faulheit
Talente gibt es wenige, aber diese sollte man fördern. Natürlich ist es für Lehrer jedweder Art ein Problem innerhalb einer Gruppe ein außergewöhnliches Talent ausreichend zu motivieren. Dennoch ist es möglich. Oft ist es leider die Zeit der Pubertät, daß solche Talente dann durch andere Reize und Umfeld die erforderliche Motivation missen lassen.
In solchen Fällen ist es immer schwer diese Talente wieder in ihre Bahn zu lenken. Aber ich bin der Ansicht, daß unter diesen Bedingungen ein gesundes Maß an "Druck" erforderlich ist, um einem "Talent" die Augen zu öffnen. So kommen immer wieder junge Schüler und auch Studierende während ihrer Prüfungszeiten in der Schule zu mir und erklären, daß sie nun nicht mehr die rechte Zeit zum Trainieren hätten.
Eine der dümmsten Ausreden, bei denen ich fast ausraste! Wenn ein Schüler nicht jeden Tag arbeiten muß, um sich Lebensunterhalt oder Studium zu finanzieren, hat er die Zeit zum Training. Niemand lernt jeden Tag nonstop 8 Stunden oder länger. Und wenn er es tut, betrügt er sich selbst.
Denn nach einer Trainingseinheit von 90 Minuten (gleichgültig welcher Sport), ist der Geist so erfrischt, daß unmittelbar danach ein Lernen zu mehr Verinnerlichung führt. Sogar in kürzerer Zeit.
Graduierungen - Sinn und Unsinn
Zunächst einmal muß ich sagen, daß ich Graduierungen in erster Linie für sinnvoll erachte. Doch was manchmal daraus gemacht wird, daß ist dann wiederum ein anderes Thema. Ich distanziere mich mittlerweile von allen Verbänden, die durch Ihre "Graduierungssucht und Schenkungspolitik" die wundervolle Kunst der Selbstverteidigung schlichtweg entwerten!
In den alten Zeiten Japans gab es keine Graduierungen im heutigen Sinn. Es gab den Schüler und den Meister. Der Meister entschied nach individuellen Vorgaben, wann ein Schüler den technischen und mentalen Reifegrad zur weiteren Weihe erhalten sollte. Mit den Zeiten der Entwicklung des Judo und den vermehrten Kontakten zur westlichen Welt entstand über diesen Weg ein Graduierungssystem, das die Schüler zur Motivation animieren sollte.
Dies hat durchaus seine Berechtigung. Wenn man hart für etwas gearbeitet hat - sich weitergebildet hat - dann soll man es auch zeigen dürfen! Unter der Voraussetzung des wirklichen Arbeitens an diesem Fortschritt. Es gibt aber durchaus in vielen Kampfkünsten Schüler, die sie das ganze Jahr nur sporadisch sehen. Aber sobald eine Prüfung im Raum steht, dann kommen sie wieder in Scharen und gaukeln Motivation vor.
Ich habe mich daher im Lauf der Jahre dazu entschlossen, die Schüler zu prüfen, die in 6 Monaten mindestens an 30 Trainingseinheiten á 90 Minuten und an mindestens einem Seminar mit einem anderen Lehrer teilgenommen haben. Es ist wie im Berufsleben. Nur wer sich weiterbildet, soll auch weiterkommen.
Bildung und Graduierung ist ein "Privileg" und keine "Gunst".
Dazu gehört es auch und selbstverständlich, daß ein Meister "alle" Grundlagen perfekt beherrscht. In der westlichen Welt hat sich die Kampfkunst teilweise auch zu einem "Money-Do" entwickelt. Sprich, das Dojo mit den besten finanziellen Umsätzen muß dann auch wohl das beste sein.
Dann besteht aber auch die Gefahr, daß Gürtelprüfungen auch in eine Geldmacherei entarten können. Oder man mal eher einem Schüler einen Gurt gegen Geld verschenkt, um ihn bei der Stange zu halten. Das ist natürlich nicht der Normfall und es gibt Tausende gute und seriöse Vertreter Ihrer Zunft!
Ich habe im Laufe meiner Tätigkeit dutzende von Budobetrügern kennengelernt. Leute, die viel Geld dafür bezahlt haben, um sich einen Meistergurt umzubinden, aber dafür keinen Deut mehr geleistet haben. Ich habe vermeintliche Weltmeister und Europameister kennengelernt. Und im Nachhinein stellte sich heraus, das bei diesen Meisterschaften nur eine Handvoll Teilnehmer anwesend waren.
Ich habe Herren kennengelernt, die sich mit 40 Jahren den 10ten Dan in ihrer Kunst geschmückt haben. Ein Vorgang, der eigentlich gar nicht möglich ist. So hat zum Beispiel jemand jedes Jahr einen neuen Dan erhalten und sendet einem noch stolz die Kopie dieser Betrügereien. Da kommt einem gerade die K..tze hoch.
Ich habe auch Dojoleiter kennengelernt, die vehement die Ansicht vertraten, daß auch Jugendliche unter 18 Jahren eine Dan-Graduierung erhalten sollten, wenn sie technisch geschickt seien. Was haben solche Leute im Kopf? Zur Meisterlichkeit zählt nicht nur das technische Wissen.
Es zählt das Praktische, das Theoretische, das Historische, das Menschliche, das Psychologische, das allumfassende Wissen einer Kunst. Und ein 16-jähriger Dan-Träger - mag er auch noch so gut sein - er ist nicht geeignet andere Erwachsene in einer Kampfkunst zu unterrichten.
Warum soll in der Kampfkunstmeisterprüfung die Volljährigkeit außer Kraft gesetzt sein?
Eine der wenigen Reglements aus der Zeit der modernen Kampfkunstentwicklung besagen, daß ein Meister zwischen seinem letzten Schülergrad und seinem 1. Meistergrad mindestens 1 Jahr regelmäßig trainieren muß. Unter regelmäßig verstehe ich das absolute Minimum von 2x wöchentlich.
Eine Faustregel sagt:
Vom 1. zum 2. Meistergrad - 2 Jahre regelmäßiges Training. Vom 2. zum 3. Meistergrad - 3 Jahre ... Vom 3. zum 4. Meistergrad - 4 Jahre ... Und so weiter. Warum so lange? Weil die Erfahrung Zeit braucht und man sie nicht verkonsumieren kann!
Auch versuchen viele Clubs und Verbände der westlichen Welt durch die Übernahme japanischer Begriffe sich ein Maß an vermeintlicher Authenzität anzueignen. So sind z. B. die Bezeichnungen "Renshi", "Kyoshi" oder "Hanshi" rein administrative Begriffe, die in Japan niemals innerhalb des "Bu-Do" Verwendung fanden!
Das ist eine rein geschäftliche Erfindung aus den 50er Jahren!
Oder die Bezeichnungen Sensei und Shihan: Sie sind unabhängig von der höheren Graduierung. In Japan wird ein Vertreter der Kampfkunst Sensei oder Shihan betitelt, wenn er ein eigenes Dojo führt oder eine Schule leitet! Sempai und Kohai sind ebenfalls unabhängig der Graduierung. Es wird einfach nach der Regel verfahren, wer unter dem jeweiligen Dojoleiter am längsten trainiert.
Soke ist ein Begriff, der niemals in der Kampfkunst Japans Verwendung fand, sondern nur in den Künsten der Kalligraphie, der Literatur, des Chado und des Ikebana. In den 20er Jahren tauchte dieser Begriff das erste Mal in den "nicht japanischen" Kampfkünsten auf - vermutlich auch hier wieder aus Unwissenheit, Arroganz, oder was auch immer.
Auch die häufig verwendete Bezeichnung für einen "Großmeister" als vermeintliche Aussprache des "O-Sensê".
Diese Bezeichnung verwendet man in Japan nicht. Eher wird die Bezeichnung "Shisyou", womit man den Meister mit größerer Ehre betrachtet.
Viele verwenden solche Begriffe ohne Sinn und Verstand. Selbstverständlich haben sich einige Begriffe eingebürgert und lassen sich nicht mehr revidieren. Aber das Minimum ist, daß ein Meister über solche Begriffe bescheid zu wissen hat! Oder?
Ich verlange von meinen Meistertrainern vor Ihrer Prüfung das Ablegen einer schriftlichen Arbeit, deren Thema sich um die Kampfkunst bzw. das Unterrichten bewegt. Die Thematik gebe ich vor und ich mache es nicht leicht. Genausowenig wie ich persönlich keine Graduierung geschenkt bekommen will (und man hat mir schon einige solcher unseriösen Geschenke angeboten), so schenke ich sie auch keinem einzigen Schüler.
Von einem Meister erwarte ich Wissen, Intellekt, Artikulationsfähigkeit, die Fertigkeit Wissen mit Spaß zu verknüpfen, Kondition, das Verinnerlichen seiner erlernten Fähigkeiten. Ein guter Lehrer liebt es sein Wissen zu teilen. Aber nicht um jeden Preis! Er muß soziale Intelligenz mit fachlicher Kompetenz verbinden können.
Was ich nicht will, ist die Prostitution für die Kunst!
Freizeitstreß - Echter Streß
Entweder es gibt eine Menge Faulenzer oder es gibt eine Menge Menschen, die sich ihre Freizeit so zumauern, das es keinerlei körperlichen oder geistigen Nährwert hat. Bei vielen Kindern und Jugendlichen fällt mir auf, daß deren Eltern sie zuschütten mit jedweder Freizeitbeschäftigung: Da Musik, da tanzen, da Sport und die Schule darf bei Allem nicht zu kurz kommen.
Wenn ein Kind es wirklich will und schafft, soll es auch in Ordnung sein. Aber vielleicht versuchen manche Eltern zuviel des Guten. Möchten ihrem Kind das gönnen, was sie in ihrem Jugendleben verpaßt haben. Oder sie gehen zu leicht auf die manchmal oberflächlichen Wünsche ihrer Kinder ein.
Ich wollte früher auch dies und das, dann wieder mal was anderes. Meine Großmutter machte es ganz einfach. Sie sagte zu mir, daß sie für meine Kampfsportausbildung die monatlichen Beiträge bezahlen würde, da sie sehen könne, daß ich dafür talentiert wäre. Für alle anderen Dinge habe sie kein Geld, aber ich könne es mir ja selbst verdienen. Damit hatte sich dann so manches ganz schnell erledigt.
Man kann in vielen Dingen gut sein, aber nur in wenigen wirklich meisterlich!
Sport - Bewegung - Ernährung
Deutschland bewegt sich langsam auf einen Adipositas-Gau zu. In ca. 5 Jahren könnte es der Fall sein, daß jeder dritte Deutsche Diabetes aufgrund fehlerhafter Ernährung und mangelhafter Bewegung bekommen wird. Die Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehen mit diesem Problem einher.
Zur Zeit sind 75,4% der Männer und 58,9% der deutschen Frauen zu fett. Und bei den Kindern ist die Adipositas (Fettleibigkeit) in den letzten 20 Jahren um 50% angestiegen! Natürlich existiert dieses metabolische Syndrom, indem der Körper Nahrung falsch verstoffwechselt. Natürlich existieren auch genbedingte Vorlagen, die Fettleibigkeit vorprogrammieren.
Aber: der Anteil der Menschen, die genetisch bedingt oder aufgrund fehlerhafter Drüsenfunktion unter Fettleibikeit leiden machen nur einen geringen Prozentsatz aus. Es ist nachweisbar, daß bei Menschen mit genetischer Programmierung zur Fettleibigkeit, diese nicht unbedingt ausbrechen muß. Aber die Provokation durch äußere Umstände wie fehlerhafte Nahrung und 0 Bewegung können den Mechanismus auslösen.
Duch den hohen Anteil übergewichtiger Menschen in Deutschland entwickelt sich mit der Zeit das Mißverständnis, Menschen mit "normalen" Figuren seien wohl krank und die anderen nicht. Viele Übergewichtige kommen mit dem Spruch: "Ich bin ein guter Futterverwerter." Unsinn! Wenn Sie es wären, würden Sie nicht so ausschauen. Sie würden wie ein Sportler aussehen.
Das sind Futterverwerter! Es ist gleichgültig, welchen Sport Sie betreiben, die Hauptsache ist, das Sie regelmäßig und ihrem Typus entsprechend trainieren. Mit korrekter Belastung. Geraten Sie nicht maximal aus der Puste! Dann geschieht nämlich gar nichts im Körper - 0 Fettverbrennung.
Es werden jedes Jahr Millionen in neue Gutachten gesteckt und jedes Jahr taucht der einfache Satz auf: Nur durch korrekte Balance aus Energiezufuhr und Energieabfuhr läßt sich auf Dauer ein gesundes Gewicht erreichen. Würden Sie Ihr Auto so volltanken, daß es schon überläuft - aber fahren würden Sie nicht?
Im Kampfsport zum Beispiel wird Ihr ganzer Körper konditionell, kraftspezifisch, motorisch, mental zu einem Kalorien(ver)brennofen. Viele Menschen, die regelmäßig Sport korrekt ausüben, verbrennen während des Schlafens mehr Kalorien als mancher während der Arbeitsphasen.
Und dann können Sie beruhigt hineinschaufeln. Essen ist etwas wunderbares, Essen ist soziales Leben zelebrieren, Essen ist lebenswichtige Energiezufuhr, Essen ist Benzin für den Sportler, Essen ist einfach Genuß. Aber Sie müssen etwas dafür tun. Nicht einfach nur sagen. Tun Sie es!
Bewegen Sie sich endlich. Und kaufen Sie nicht jeden Mist im Supermarkt, kochen Sie sich was Anständiges. Dann macht der Sport doppelt Spaß. Guten Hunger!
Sporternährung - Nahrungsergänzung
Aufgrund meiner eigenen Erfahrung aus dem Training und der Pharmazie, bin ich mittlerweile der Überzeugung, daß insbesondere Sportler in vielen Fällen auf gute und seriöse Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen sollten.
Doch Vorsicht! In den Medien oder in manchen Sportstudios erscheinen alle Ergänzungsmittel im goldenen Glanz. Auch hier gilt: entscheidend ist, was Sie daraus machen. Wenn Sie nur halbherzig trainieren oder aufgrund schlechter Beratung, oder mangelnder eigener Erfahrung und Kenntnisse nicht korrekt trainieren, dann nützen Ihnen auch die besten Nahrungsergänzungsmittel nicht.
Nehmen Sie die Bezeichnung "Ergänzung" wörtlich. In erster Linie gilt es sich erstklassig zu ernähren. Frische Kost, abwechslungsreiche Kost, genußvolle Kost. Sie meinen das geht nicht? Dann lassen Sie auch Ihr Training sausen. Guter Sport und gute Ernährung sind eine untrennbare Einheit.
Sollten Sie unter Übergewicht leiden, bringen Sie erst einmal Ihren Körper auf Normal - "Wohlfühlgewicht" und dann versuchen Sie über bewußt ausgesuchte Nahrung Gewicht und Energie in der Balance zu halten. Es kann am Anfang hart sein. Aber es wird Ihnen auch leichtfallen, wenn Ihnen auffällt, wie gut sich ein agiler Körperstatus anfühlt.
Welche Art der "Energiezufuhr" für einen Sportler die beste ist?
Das ist abhängig von der Sportart. Ist sie mehr Ausdauerbetont/ Kraftbetont/ Motorikbetont?
Zum Beispiel:
Rennradtraining-Langstrecke - Kohlenhydrate, Eiweiße und Fette müssen auf die langanhaltende gleichmäßige Belastung der Muskulatur abgestimmt sein. Das Reaktionsvermögen eines Langstrecklers zu einem Kampfsportler ist ein völlig anderes und bedarf daher auch einer anderen Nahrungszufuhr.
Kampfsporttraining - schnell umschaltbare Reaktionen, explosionsartige Schnellkraft, hohes Potential an Kraftausdauer. Sie sehen, alleine anhand des Belastungsunterschieds zum Radler, daß auch hier die Nahrung eine andere Zusammensetzung haben sollte.
Wie diese Nahrungszusammenstellungen aussehen, würde hier den Rahmen sprengen. Ich stehe Ihnen aber gerne beratend zur Seite, gestalte Ihnen ein Seminar zu diesem Thema, oder erarbeite mit Ihnen einen spezifischen Ernährungsplan mit brandheißen Tips zur Nahrungsergänzung.
Guten Hunger!
Sport und Drogen
Fangen wir nur einmal mit dem Nikotin an ... Drogen sind ein absolutes Tabu! Da ich persönlich noch nie in meinem Leben einen solchen Kotzbalken auch nur angefaßt habe, darf ich mir diese regide Meinung erlauben.
Ein vermeintlicher Sportler, der mir weismachen will, er sei trotz Nikotinkonsum genauso fit wie ohne, belügt sich selbst. Ich trete jederzeit diesen Beweis an! Über die Gefährlichkeit des Suchtmittels Rauchen braucht nicht mehr debattiert zu werden. Abgesehen davon stinkt es zum Himmel.
Das Thema Alkohol hat für mich die gleiche Bedeutung!
Es geht mir fürchterlich auf den Zünder wenn ich sehe, wie sich der Staat als Gesundheitsberater profilieren will und gleichzeitig einer der größten legalen Nikotindealer ist. Aber sobald es um die "Asche, sprich Steuergelder" geht kommen wir immer schnell an den Grundsatz: Monethik frißt die Ethik!
Im Laufe der Jahrzehnte habe ich sehr oft erleben müssen, daß alkoholisierte Trainer auf großen Seminaren mit einer "Fahne" auf der Tatami standen. Wenn Sie als Gast eines Seminars so etwas erleben, gehen Sie zum Veranstalter und verlangen Ihr Geld zurück! Solche Trainer haben das Wort Ausbilder nicht verdient und beschmutzen das gute Image unserer Sportes!
Ganz besonders zum kotzen finde ich Sportler, die dopen. Das sind feige verlogene Hurensöhne und -töchter, die innerlich zu schwach sind nein zu sagen, die nur wegen der Asche versuchen sich mit Chemie vollzupumpen um besser zu sein als andere. Und jeder Drecksfunktionär und Trainer, der es gut heißt und nichts dagegen unternimmt ist schlimmer als ein Zuhälter dieser Hurensöhne.
Doping ist kein Kavaliersdelikt. Jeder Sportler, der des Doping überführt wird oder sich selbst stellt, hat das Recht verwirkt als Vorbild für andere zu dienen. Sie haben auf der sportlichen Bühne nichts mehr verloren. Ob sie jammernd vor den Kameras Ihre Schuld bereuen - Sie bleiben widerwärtige Betrüger!
Sollten Schüler mit Drogen oder Aggression in meinem Dojo auffallen, nehme ich sie mir zur Brust! Sie haben solange keine Chance bis sie sich klar und bedingungslos von diesen Verhaltensweisen distanzieren. Dann erhalten sie ihre Chance. Aber nur ein einziges Mal!
Ultimate Fights - Ist das Sport?
Jein. In erster Linie halte ich solche Kämpfe ohne "großes Reglement" für eine legale Form der Körperverletzung. Sprich, beide Kämpfer lassen sich darauf ein, sich gegenseitig ggf. schwer zu verletzen.
Selbst wenn beide vorher einen "schriftlichen" Vertrag zum gegenseitigen Regreßverzicht unterzeichnet hätten, stellt dieser i.S.d. deutschen Rechts in vielen Fällen ein Vertrag gegen die "guten Sitten" dar und wäre daher nicht wirksam.
Auch vermeintliche Veranstalter solcher Kämpfe sollten sich darüber im Klaren sein, daß sie in Fällen von schweren Verletzungen mit Haftbar werden. Es gibt sehr wenige wirklich gute technische Kämpfer, die Kraft, Geschick, Ausdauer und mentale Kraft vereinen. Die einen extrem harten Kampf immer noch im "rechten" Licht erscheinen lassen. Solchen Kämpfern zolle ich Respekt.
Aber: es gibt eine viel größere Anzahl von Kämpfern, deren Intellekt noch nicht einmal bis zur Nasenspitze reicht und die über einen solchen Weg eine legale Körperverletzung suchen. Ansonsten wären sie vielleicht schon im Knast und das wäre in manchen Fällen sicherlich eine Erleichterung für die Gesellschaft.
Viele jugendliche und unerfahrene Beginner eines Kampfsports nehmen sich aber ausgerechnet solche Arschlöcher zum Vorbild und gehen dabei drauf. Es ist eine beweißbare Tatsache, daß bei solchen Kämpfern der Drogenmißbrauch per illegalem Medikamenteneinsatz wie Opiaten, Diazepam, Benzodiazepinen, Amphetaminen u.ä. häufig die Regel geworden ist.
Solche Präparate führen einerseits zur übersteigertem Selbsbewußtsein und Angstlösung. Gleichzeitig können diverse Kombinationen auch zu einem übernormalen Schmerzempfinden führen, sprich, man spürt das Schmerzsignal viel später. Auch wenn schon was kaputt ist, einfach weitermachen. Süchtige Medikamenten-Junkies als Jugendvorbilder! Tolle Show! Manche Medien als Argent Provokateur tun ihr Übriges dazu.
Vielen Dank.
Und diese netten Herrschaften stellen sich dann gerne als letzte Ahnen der Samurai dar. Warum wohl? Weil sie damit den noch Unwissenden, die auf sie hereinfallensind, etwas Authenzität vermitteln wollen, denn von Natur aus sind sie zu einfach gestrickt um als Vorbild arbeiten zu können.
Ich habe ausreichend realistische Kämpfe hinter mir, um zu wissen was ich hier schreibe.
Und ich nehme kein Blatt mehr vor den Mund ...
Kopftuch und Kampfsport-Training?
Zunächst einmal muß ich zu diesem Thema sagen, daß ich keiner Religionsgemeinschaft angehöre und mich trotzdem als spirituell ansehe. Meine unendliche Neugierde führte dazu, daß ich den Koran, die Bibel und Konfuzius gelesen habe um mir ein Bild zu verschaffen.
Ich bekomme oft Nachfragen von Muslima ob sie auch mit "Kopftuch" bei mir unterrichtet werden können. Meine Antwort: NEIN! Warum?
Erst einmal mache ich keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen wenn es um das Thema Kondition- und Krafttraining geht. Denn gut ausgebildete Kampfsportler und Kampfsportlerinnen müssen auch in diesem Bereich auf maximales Niveau instruiert werden.
Sprich, eine Sportlerin, die während dieser Belastungsphasen ein Kopftuch trägt, geht ein hohes Risiko einer körperlichen Überlastung durch eine zu hohe Erhitzung im Kopfbereich ein. Dieses Risiko kann auch schlimmstenfalls zum Kollaps führen. Ich weigere mich dieses Risiko einzugehen.
Ferner besteht eine extrem hohe Sensibiltät, da die meisten Muslima nur mit gleich gesinnten Frauen trainieren möchten und ich dann als europäischer Mann das Risiko einer männlichen muslimischen "Beobachtung" eingehe. Denn Selbstverteidigungstraining ist "Körperkontakt-Training".
Wenn ich einer Muslima mit Kopftuch den Zutritt gewähre, muß ich dann auch einem Priester in seiner Soutane, einem Hindu in seiner Kutte und anderen Personen den Zutritt gewähren. Diese getragene Symbolik vermeintlicher Religiosität kann ich in der Ausbildung meiner Schüler nicht dulden, denn dies hat in einem Dojo nichts verloren. Ich bin Kosmopolit und komme mit vielen Nationalitäten in Verbindung. Das bedeutet aber nicht, daß ich alles akzeptieren muß. Meine Ansichten zu vermeintlichen Religionen ( auch das Christentum und andere) sind sehr kritisch und oft wird die Religion als Maskerade für eine Gesellschaftsform mit hohem universellen Machtanspruch missbraucht.
Das Thema "Kopftuch" ist sicherlich unerschöpflich, aber sehen Sie doch einmal in die Sure 24.31:
Der Wortlaut des Koran ist hier nicht eindeutig. Darin geht nicht hervor, dass auch der Kopf bzw. die Haare bedeckt sein sollen ("sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham bewahren, ihren Schmuck [d. h. die Körperteile, an denen sie Schmuck tragen; der Übers.] nicht offen zeigen, mit Ausnahme dessen, was sonst sichtbar ist. Sie sollen ihren Schleier auf den Kleiderausschnitt schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen"). Auch Sure 33:59 schafft keine Klarheit ("O Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf [djilbab] über sich herunter ziehen").
Im Allgemeinen aber wird aus diesen Suren die Pflicht zur Verhüllung abgeleitet.
Erkältung und Sport?
Zu häufig nehmen auch Hobbysportler und deren Trainer die Erkältungssymtomatik auf die leichte Schulter. Vielleicht weil es so "unmännlich" ist? Vielleicht weil man unbedingt noch Punkte für den Club sammeln muß?
Tatsache ist, daß alle die trotz einer Erkältung Sport treiben ein hohes gesundheitliches Risiko eingehen.
Ein Profisportler der mit 39°C Fieber vor einer Endausscheidung steht, dennoch an diesem Wettkampf teilnimmt, ist kein Vorbild, sondern ein Vollidiot!!! Trainer, Funktionäre oder Ärzte, die es einem Profisportler durch Medikation ermöglichen dennoch mit Fieber an einem Wettbewerb teilzunehmen, sind Kriminelle!!
Dieses Verhalten tangiert zweifelsohne die Tatbestandsmerkmale der Nötigung und der versuchten Körperverletzung, denn die Herrschaften nehmen die Schädigung "Ihres" Opfers billigend in Kauf.
Gründe:
Ein grippaler Infekt führt immer zu einer Mitentzündung von Muskelgewebe, auch bei ansonsten stabilen Menschen. Die bekannten Muskelschmerzen in einem Erkältungsfall ( z.B. Kreuzschmerzen ) kommen genau aus dieser Ursächlichkeit. Unser Herzmuskel ist bei einem grippalen Infekt "immer" mitentzündet! Auch eine moderate körperliche Belastung während einer Erkältung kann schlimmstenfalls zu chronischen Herzerkrankungen oder auch später zum Infarkt führen. Ich kann Euch alleine aus meinem Sport-Bekanntenkreis mehrere erwachsene robuste Sportler nennen, die alle mit einem Herzinfarkt in der Klinik genau aus den oben genannten Gründen wieder wach geworden sind.
Die physische und mentale Erwartungshaltung an alle meine Schüler ist sehr hoch und während der Ausbildung bin ich für die Schüler verantwortlich. Daher haben Schüler ( Kinder und Erwachsene ) mit einer Erkältung dem Dojo bis zur Genesung fern zu bleiben. Zum eigenen Schutz und auch schlichtweg darum, nicht andere mit zu infizieren. Wenn Ihr z.B. Japaner mit Mundschutz seht, dann tragen sie diesen Schutz einzig und alleine aus dem Grund, andere Menschen nicht anzustecken. Das ist soziales Verhalten auf höchstem Niveau!
Eine Erkältung benötigt 7-10 Tage, dann ist sie weg. Ob mit oder ohne Medikation. Und in dieser Phase gilt "null" körperliche Belastung. Weder in der Schule, im Dojo, im Ballett, Blasmusik (kein Scherz) usw ...
Schnupfen ist nicht gleich Schnupfen!
Anders verhält es sich bei Schnupfen und Husten im Falle einer Allergie. Ein völlig anderer Mechanismus, der den Herzmuskel nicht mit entzündet. Eine ausgewogene Medikation läßt es durchaus zu, daß auch bei Allergie Leistungssport möglich ist.
Sport muß und soll gesund bleiben! Achtet auf Euch!
deutsch
english
française










